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Längst und darüber hinaus

  

Und ewig ist der Augenblick

 

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Ich bin die Zeit

 

Ich bin die Zeit, und Sonnenglanz umschmeichelt meinen Leib; er tastet sich durch Täler und misst Gewölbe, jedwede in den Höhen. In tiefen Mulden scheint er unbarmherzig zu gefrieren. Und Diamanten rieseln - unerbittlich, zerstreuen sich gebärend.

 

In ihrer Härte gleiße ich - an Weiches mich entsinnend, während Vater das Geschmeide da­raus bindet, verziert es längst und epochal die Stirn und meinen Hals und ringt an den Gelenken reich. Zu Fü­ßen liegt mir die Geduld. Sie ankert blass in blanken Eisenketten, gefesselt als Rivalin meiner Flut.

 

Im Aderlass des Nebels schützt mich Mutter mit ihrem Gnadenschild und webt mir einen Schleier des Verharrens um meine Augen - nur für diese Welt. - Und plötzlich zieht ein Hauch am Himmelsohr vorbei. Die Ebbe seufzt, und sie verweilt mit mir in Eh und gähnt, bis sie sich selbst ins Nichts vergällt.

 

Ich bin die Zeit, und Sonnenglanz umschmeichelt meinen Leib; er tanzt und spiegelt sich im Reif, gefriert zu Eis im Takte meines Atems. Indessen kämmt der Wind den Schweif der aufgestiegenen Ahnen. Ich schweige; und er pfeift und bläst das Dunkel aus meinen endlos langen Haargewalten.

 

Doreen Malinka

 

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